Ausstellungsort: Galerie Rössler München
Ausstellungsdauer: 2. bis 31. Dezember 1999
Vernissage: 2. Dezember 1999, 19 bis 21 Uhr

 

 

ADEM YILMAZ
Bilder und Figuren

Biographie:
1955 geboren in Yerköy/Türkei. 1974-77 Chemie-Studium in der Türkei. 1977-83 Studium der freien Malerei an der Fachhochschule Köln. 1993 Teilnahme an der 45. Biennale in Venedig mit der Installation ,Inbetween'. 1999 Preis der Jury "KunstfrühlIng Bad Wörishofen". Lebt und arbeitet in der BRD.

1993 wurde Adern YILMAZ zur 45. Biennale in Venedig eingeladen. Zusammen mit seinem deutschen Künstlerkollegen Jarg Geismar realisierte er neben dem Haupteingang der "Giardini" in Venedig die Installation 'Inbetween'. YILMAZ und Geismar hatten dazu 44 Künstler, welche aus allen teilnehmenden Ländern der Biennale stammten, aufgefordert, jede Vitrine zum Thema "Nationaler Internationalismus oder Internationaler Nationalismus" zu gestalten. Befragt zur Auswahl der Künstler erwiderte YILMAZ: "Erstens war die Eigenheit der Künstler ein Kriterium, zweitens die Wanderschaft. Sie sollten beweglich sein, geistig wandern durch viele Kulturen." Diese Forderungen an die eingeladenen Künstler charakterisieren auch treffend YILMAZ' eigene Werke, ist es doch für ihn eine Grunderfahrung, mindestens zwischen zwei Kulturen zu stehen: "Für mich bedeutet jede Kultur, in der ich mich gerade befinde, einen Gewinn durch Auseinandersetzung. Ich kann alle Erfahrungen und Erinnerungen an andere Kulturen zusammenbringen. Es ist für mich nicht möglich, dies auseinander zu halten." Ausdrucksformen seiner Erfahrungen findet Yilmaz sowohl in Zeichnungen und Gemälden, als auch in Plastiken sowie Rauminszenierungen.

Ein künstlerisch zentrales Thema bei Adern YILMAZ ist seine Auseinandersetzung mit dem Raum, mit der Figur bzw. dem Menschen irn Raum. Dies wird bereits in seinen frühen, 1983 entstandenen großformatigen Figurenbildern deutlich. Ab Mitte der 80er Jahre entwickelt der Künstler aus den figurativen Gemälden seine Plastiken, welche die bereits irn Zweidimensionalen angelegten Intentionen irn Dreidimensionalen weiterführen. YILMAZ' Figuren - aus Karton oder Holzteilen zusammengefügt und mit Acryl bemalt - schaffen in Ihren Bewegungen neue Raumsituationen. So können sie aus frei schwebenden Treppen in den Raum vorstoßen und emporstreben oder finden sich zum Tanz vereint in der Höhe schwebend. Hierbei bedient sich der Künstler verschiedenen Anregungen aus den unterschiedlichen Stilrichtungen der Klassischen Moderne. Bewußt spielt YILMAZ sowohl mit der kubistischen Zergliederung der Körper, als auch mit dem Futurismus und dessen bildlichen Darstellungen von Dynamik und Geschwindigkeit, sowie mit dem Dadaismus eines Kurt Schwitters.