Ohne Titel, 1998. Öl auf Papier, 62 x 86 cm 
Ausstellungsort: Galerie Rössler München
Ausstellungsdauer: 4. Februar - 31. März 1999
Eröffnung: 4. Februar 1999, 19 - 21 Uhr

 

ROMAN PETER
- Rituelle Alltäglichkeiten -
Malerei und Skulptur

ROMAN PETER (*1952 in Basel, CH)
"Das Sein, Spielen, Kämpfen, Lieben sowie die kleinsten Bewegungen will ich auffächern und in einen nicht chronologischen Ablauf bringen. Der erzählerische Zusammenhang entsteht durch das Aneinanderreihen der einzelnen Bewegungen. Sind die Figuren auf dem Malgrund plaziert, sind sie sich selbst überlassen. All die Bewegungen und Gesten, all die Schatten und Lichter mit den hin und her laufenden Menschen und die körperliche Anwesenheit der Figuren sind Bestandteil einer Selbstreflektion". Roman Peter

"Rituelle Alltäglichkeiten" lautet der Titel des Kataloges mit der jüngsten Werkpräsentation , die einmal mehr die menschliche Figur in ihren ganz typischen und damit einem gewohnheitsmässigen Ritus unterworfenen Attitüden in den Mittelpunkt des bildnerischen und skulpturalen Geschehens rückt. Speziell die aus Zellulosestreifen geformten, mit Kleister und Leinöl verarbeiteten kleinformatigen bis lebensgroßen Gestalten des Basler Künstlers fordern den Betrachter in Ihrer physischen Präsenz, ihrer spontanen Gestik zum direkten Dialog und damit auch zur Selbstreflektion auf. Ähnliches gilt für die in erdigen Farbtönen gehaltenen Ölmalereien auf Leinwand und Papier in denen der Künstler einfachste Gebärden, kleinste Bewegungen und Blickrichtungen in ein kraftvoll-rhythmisches Spiel der Formen verwandelt.
(vgl. Renate Dürst in Basler Zeitung vom 7. 11. 1995)

Roman PETER verwendet die Technik des "blinden Zeichnens". Bei dieser wird eine Glasplatte schwarz eingefärbt, ein Blatt darauf gelegt, und mit einem stumpfen Gegenstand auf die Rückseite des Papierbogens gezeichnet. Auf diese Weise wird das Gemälde erst nach dem Abheben des Blattes sichtbar.

Später vervollkommnete er diese Technik, indem er eine Gummiwalze verwendet, welche er mit einem Pinsel bemalt und bestimmte Striche dabei auskratzt. Mit dieser Walze fährt er über das Papier, wobei sich figürliche und gegenständliche Elemente in diesen Arbeiten überlagern. Diese bestehen aus zahlreichen Farbschichten, welche wohl eine gewollte Irritation erzeugen, die den Betrachter dazu veranlaßt - durch die Unfaßbarkeit der Bilder – seine eigene innere Welt mit in das Bild hineinspielen zu lassen.

Äußerst interessant ist auch das plastische Werk des Künstlers. Nachdem er in Basel als Larvenmacher tätig ist, verwendet er diese Technik des Überklebens von Papierstreifen.

Sowohl in seiner bildnerischen-, als auch in seiner plastischen Arbeit drückt Roman Peter auf sehr subtile Weise unterschiedliche Gefühle und Stimmungen aus, welche den Betrachter in eine oft unheimlich anmutende Welt eintauchen läßt.