Ausstellungsort: Galerie Rössler München
WOLFGANG OPITZ
Malerei und Objekte
Biographie:
1944 in Stolp, Pommern, geboren. 1964-1968 Studium der Kunsterziehung in Erfurt und Dresden. Ab 1969 dreht er mit A.R. Penck eine Folge von rund 24 Experimental-Schmalfilmen. 1971-1976 Mitglied der Malergruppe "Lücke" mit Harald Gallasch, Steffen Kuhnert (Terk) und A.R. Penck. Gemeinschaftsbilder entstehen unter "Lücke T.P.T.". 1989 Flucht über Ungarn in den Westen, läßt sich nieder im Wendland. NS. Seit 1991 Lehraufträge an der Universität Lüneburg. Mit seinen Installationen aus bearbeiteten Munitionskisten in repräsentativen Museumsausstellungen vertreten wie 1995 "50 Jahre Deutsche Kunst (Museum Ostdeutsche Galerien Regensburg) und 1997/98 "Deutscher Holzschnitt der Gegenwart". 1998 Inszenierungen im Schloß Eggenberg (,Armidas Zauberschloß") anläßlich der Styriade / Graz. Zahlreiche internationale Galerie- und Museums-Ausstellungen, Kunstmessen.
Der künstlerische Werdegang von WOLFGANG OPITZ weist eine für ihn kennzeichnende Vielfalt seines Schaffens auf: OPITZ ist Maler, Holzbildhauer, Filmemacher und Universitätsdozent. Das Studium der Kunsterziehung in der ehemaligen DDR hatte ihn seine abweichende Haltung zu offiziellen Werken des Sozialistischen Realismus schon bald erkennen lassen, So daß er mit seinen ersten eigenen Bildern zu Ralf Winkler (A.R. Penck) ging. Hieraus resultierte ab 1969 eine Zusammenarbeit beider Künstler im Dresdener Untergrund im Medium des Films.
OPITZ ist ein Suchender und daher offen für neue Ausdrucksformen, um seine Ansichten zu übermitteln. Die sich anschließende Dresdner LÜCKE-Zeit mit den Gemeinschaftsbildern bedeutete für ihn u.a. einen nur demokratischen Prozeß" und somit eine Alternative zum bestehenden System. Mit der Flucht in den Westen änderte sich auch die Formensprache des Künstlers. OPITZ hat sich mit Munitionskisten einen ebenso ungewöhnlichen wie sinnträchtigen Werkstoff ausgesucht: In die schwarz bemalten Holzkisten fräst er mit einer Handkreissäge seine helle expressiv-graphische Linienstruktur. Die bearbeiteten (und hierdurch veränderten) Kisten installiert der Künstler anschließend zu seinen eindrucksvollen Stelen und meterhohen Türmen. So entstehen u.a. Plätze, die mit Objekt-Bänken zum Verweilen einladen sollen. OPITZ entschärft durch doppelte Umsetzung das Kriegsobjekt Munitionskiste zum Kunstobjekt. Er setzt so dem Töten und der Aggression seine eigene Symbolsprache entgegen. OPITZs gefräste helle Linien verbinden sich mit ihren Verästelungen und Vernetzungen zu reliefartigen Zeichen auf schwarzem Holz. Die Munitionskisten ver- wandeln sich zu Stelen wie aus urzeitlichen Kultstätten. Der Künstler bedient sich darüber hinaus seiner gefrästen Kisten wie mittelalterlichen Druckstöcken. Durch mühseliges Abreiben mit dem Löffel nimmt er von ihnen großformatige Holzschnitte auf Nessel und Papier ab.
WOLFGANG OPITZ selbst sagt zu seinen Werken: "Lichtbündel auf den Munitionskisten, eingesägte Energieträger auf der Oberfläche umspannen die genormten Kästen: Konversion des Inhalts und durch Form." Ursprüngliche Zeugen und Relikte des Krieges werden somit zu Symbolen für eine lichte hoffnungsvolle Welt.