Ausstellungsort: Galerie Rössler MünchenHOLMEAD
Short-Hand-Paintings
1889 geboren in Shippensburg / Pennsylvania, USA, als Clifford Holmead Phillips, 1908 -1912 Ausbildung in der väterlichen Möbelfabrik, 1912 erste Schiffsreise nach Europa, Entschluß Maler zu werden, 1913 - 1924 Reisen zu amerikanischen Museen und Galerien, Aufenthalte in verschiedenen Künstlerkolonien in New England, 1925 Freundschaft mit Francois Monod, Konservator am Pariser Musée du Luxembourg, 1927 erste Einzelausstellung bei Bernheim - Jeune, Paris, 1931 Übersiedlung nach München, in New York Beteiligung an der Gründung der Künstlervereinigung "An American Group", 1940 Ausstellung in Oslo, die nach Einmarsch der deutschen Truppen am 9. April geschlossen wird, 1942 - 1955 wechselnde Wohnsitze im Staate New York, 1956 Übersiedlung nach Brüssel, 1957 Bemühungen bei den Behörden um Zulassung als Künstler, 1969 - 1975 umfangreiches Spätwerk in Short - Hand - Painting, 1975 in Brüssel gestorben *
"Viele Jahre habe ich in meinem Sarg geschlafen, bis ich mich entschloß, aufzustehen und etwas zu tun. Da erfand ich shorthand painting, eine Malweise, die nur bestehen kann, wenn sie augenblicklich und spontan gehandhabt wird und kristallklar zugleich. Wenn ich mit einer Leinwand mehr als fünf oder acht Minuten herumpfusche, bekomme ich ein Postkartenbild, das man nicht gelten lassen kann. Mein Verfahren findet lebhaftes Interesse bei Leuten, die von Malerei etwas verstehen." ( HOLMEAD )
In der Malerei charakterisiert sich HOLMEAD vor allem durch seine Spachteltechnik, bei welcher er die Ölfarbe in dicken Schichten auf Holz oder Leinwand aufträgt und somit seinen Werken reliefartige Ausstrahlung verleiht.
Während er seine Landschaftsmalerei noch traditionell expressionistisch gestaltet, nennt er selbst seine darauf folgende Stilrichtung - CRUDE EXPRESSIONISM - seine Kunst wirkt scheinbar ungezähmt, rauh, ungehobelt und voller Emotionen.
In seinen SHORTHAND - PAINTINGS versucht er, hinter die Gesichter der Menschen zu blicken, indem er zuerst beobachtet und skizziert, um dann das geschaute Gesicht eilig "mit schnellem Spachtel" entstehen zu lassen.
Auf sarkastische Art und Weise generalisiert er das menschliche Antlitz und zum Vorschein kommt die Borniertheit und das Versagen, ebenso wie Leid und Verzweiflung.
"Als HOLMEAD im Jahre 1975 in Brüssel starb, hatte er das grotesk Karikierende weit hinter sich gelassen, er war zum zeitlosen Moralisten geworden. Hinter den bösen Masken und Larven, den schmerzhaften Entblößungen und Deformationen scheint in seinen besten Bildern noch etwas anderes auf: kopfschüttelndes Verständnis, Herzensgüte und Mit-Leiden." (Rainer B. Schossig )