Monsu. 1962 Öl auf Leinwand, 130 x 100 cm 
Ausstellungsort: Galerie Rössler Ravensburg
Ausstellungsdauer: 5. Oktober. 2007 - 31. Janur 2008
Eröffnung: 5. Oktober 2007, 19 - 24 Uhr (Kunstnacht)

 

Walter Dambacher
(1911-1997)
Informelle Bilder

Biographie:
1911 in Stuttgart geboren. 1930-1933 Aufenthalt in Ungarn und Wien, Beginn Studium der Philosophie. 1933-1939 Akademie der bildenden Künste, Stuttgart.1937 erste gegenstandslose Arbeiten. 1938 Freundschaft mit Willi Baumeister. 1940-1945 Kriegsdienst, schwere Verwundung in Rußland, Gefangenschaft. Während des Krieges fast alle frühen Arbeiten durch Luftangriffe auf Stuttgart zerstört. 1951 Gründung der Gruppe Südwest. 1962 Freundschaft mit Mark Tobey. Studienreisen vor und nach dem Krieg in Frankreich, Italien, Österreich, Skandinavien und England. 1997 in Stuttgart gestorben.

"Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar" (Paul Klee)

WALTER DAMBACHER reflektiert in seinen Bildern die Realität nicht in der Form der Abbildung, sondern die Realität wird als durchdringender Impuls der Form offenbar.
Obwohl er reale Bedeutung und symbolische Sinngebung ausläßt, gibt es bei ihm keine Bildstruktur, die bedeutungslos ist. Die Form schließt die Bedeutung und den Inhalt mit ein.
Insbesondere über seine graphischen Arbeiten gewinnt man Zugang zu DAMBACHERs Bildern. DAMBACHERs gestalterische Mittel sind Bleistift, Graphit, Farbstift, Filzschreiber und Feder. Den Bezugspunkt des Liniennetzes bilden zuweilen Collageteile.
Hier läßt sich wohl am besten seine stilistische Entwicklung nachvollziehen, indem er die malerische Fleck- und Helldunkelwirkung früherer Arbeiten zum klargelegten und betont zeichnerischen Liniengerüst umkehrt.
Trotzdem lassen sich die Zeichnungen nicht als Vorstudien zu den Ölbildern des Künstlers verstehen. Diese entwickeln sich aus der Intuition des Augenblicks – ohne Bildplan oder Vorzeichnung. Während die kleinformatigen "Tagebuch"- Blätter wechselnde Empfindungen, Stimmungen und Vorstellungen ausdrücken, stellen die größeren Arbeiten auf sorgfältigste ausgeformte und instrumentierte Bilder voll ästhetischer Reize dar.
In seinen Liniengeflechten mißtraut der Künstler der "weltlosen" Primitivgeometrie unter Verwendung von Rechenstab und Zirkel und verläßt sich somit auf die Phantasie, das Augenmaß und die Empfindung.
Was die Farbe angeht, so ist diese kein Untersuchungsgegenstand für DAMBACHER, sondern ein Teil "des Prozesses, in den wir hineinverwickelt sind". Für ihn ist es unwichtig, einen konstruierbaren, empirischen Raum zu entwerfen. Vielmehr interessiert ihn die Realisierung eines Gefühlsraumes.
"Der Versenkung erwachsen, Versenkung fordernd, vollendet sich die Kunst WALTER DAMBACHERs in reiner Erscheinung, im Sein." (Prof. Dr. Peter Beye, Kunsthistoriker)